Kommerz im Krankenhaus

Länge:                   90 Minuten
Autor:                   Herdolor Lorenz
Regie:                   Leslie Franke
Ein Filmprojekt geplant für ZDF/ARTE

Seit der Umstellung der Krankenhausfinanzierung auf „Fallpauschalen“ erfolgte ein Paradigmenwechsel in den deutsche Klinken. Erstmal konnten Krankenhäuser Gewinne machen. Und folgerichtig setzte eine bis heute nicht abreißende Privatisierung ein. Vor allem in diesen steht Häusern seither nicht mehr der kranke Mensch, sondern der Erlös aus seiner Behandlung im Vordergrund. Noch trotzen viele öffentliche und gemeinnützige Krankenhäuser diesem Trend. Doch auch hier dringt der Geist der Priorisierung der Ökonomie scheinbar unaufhaltsam voran. Dabei versucht der Film aufzudecken, inwieweit diese Ökonomisierung in verschiedenen Kliniken vorangekommen ist und welche Auswirkungen dies auf Patienten und Beschäftigten hat.

 „Krank aus der Klinik“ , so oder ähnlich lauten die Titel zahlloser alarmierender Berichte aus deutschen Krankenhäuser. Erstaunlicherweise fehlt dabei fast immer der Bezug zum Eigentum und zum Lebenselixier der Kliniken, zu der seit 2003 verbindlichen Vergütung durch Fallpauschalen. Denn die Einführung der sog. DRGs (Diagnosis Related Groups) und die folgende Welle der Privatisierung war ein radikaler Schritt zur kompromisslosen Kommerzialisierung eines Bereichs, der bis dahin von Werten wie Barmherzigkeit, Demut und Aufopferung getragen wurde.

 Notfall Wird ein Patient in die Notaufnahme der Asklepios-Klinik Hamburg-St. Georg eingeliefert, bereiten ihm die Zustände dort oft Albträume. Den strukturellen Hintergründen dieser Missstände geht der Film nach. Dabei erkennen wir, dass der Staat die Krankenhäuser marktähnlichen Verhältnissen überlässt mit der Hoffnung, privates Gewinnstreben und Wettbewerb werde schon alles regeln. Abteilungen, wie die Notfallmedizin, die Geburtsstationen und die Allgemeine Medizin mit ihren chronisch kranken und älteren Patienten werden mit den Fallpauschalen so schlecht vergütet, dass man sie auf Kosten der Patienten meist stark reduziert, um Defizite zu vermindern.

 Lukrative Fälle Umgekehrt sind Krankenhäuser seit Umstellung auf „Fallpauschalen“ sehr an bestimmten Operationen interessiert. Man nennt dies lukrative DRGs, weil sie bestens vergütet werden. Dabei erleben wir den gnadenlosen Wettbewerb privater Fachkliniken und öffentlicher Krankenhäuser um diese Operationen. Aus der Perspektive einer Protagonistin erleben wir, wie Rückenschmerzen sofort zur OP, weil die Klinik diesen lukrativen Fall dringend braucht.

 Subtile Deprofessionalisierung Nicht nur Patienten leiden unter der Privatisierung und den Fallpauschalen, wenn sie einerseits unter- und andererseits überversorgt werden. Auch Ärzte sind Opfer dieses Vergütungssytems. Sie mussten es sich abgewöhnen, Diagnosen zu hinterfragen und mit Patienten und Angehörigen zu sprechen. Nur der Eingriff entsprechend der Eingangsdiagnose wird bezahlt. Alles andere führt zu Defiziten. Und viele Ärzte verzichten irgendwann viele sogar auf eigene Einsichten. Gleichzeitig lockt man die derart gegängelten Mediziner immer mehr mit Boni – Zusatzzahlungen nicht für außergewöhnliche Heilungserfolge. Nein, die gibt es nur für die Steigerung von Zahlen, von Fällen.

 Wären die DRGs ein Medikament. Nicht einmal das Versprechen, damit die Kosten zu senken, wurde von den Fallpauschalen realisiert. Nur ein neuer Fall bringt neues Geld. Deshalb haben die von DRGs getriebenen Kliniken die Fallzahlen von 2005 bis 2016 um 18,5 % gesteigert. So stiegen auch die Kosten. Und die privaten Kliniken konnten im selben Zeitraum ihre Erlöse um 106% steigern. „Wären die DRGs ein Medikament, so müsste man sie mit sofortiger Wirkung vom Markt nehmen. Alle versprochenen Wirkungen sind ausgeblieben, und alle Nebenwirkungen sind eingetreten,“ resümiert der Berliner Ärztekammerpräsident Dr. Günther Jonitz.

Der Marktgerechte Mensch

Ein Film von Leslie Franke, Herdolor Lorenz, Alexander Grasseck und Stefan Corinth, 90 Min.

Helfen Sie mit, dass ein Film entsteht, der zeigt, wie Solidarität verloren geht und wir alle Gefahr laufen, in Konkurrenz zueinander zu versinken, während die Reichen immer reicher. 

www.marketable-people.org

Europa ist im Umbruch. Seit dem neuen Jahrtausend und nach der Finanzkrise wurden neue Weichen gestellt. Die soziale Marktwirtschaft, gesellschaftliche Solidarsysteme, über Jahrzehnte erstritten, werden ausgehebelt. Besonders der Arbeitsmarkt verändert sich rasant. Hier setzt der Film „Der marktgerechte Mensch“ an.

Noch vor 20 Jahren hatten in Deutschland knapp zwei Drittel der Beschäftigten einen Vollzeitjob mit Sozialversicherungspflicht. 38% sind es nur noch heute. Aktuell befinden sich bereits knapp die Hälfte der Beschäftigten in Praktika, wiederholt befristeter Arbeit, in Werkverträgen und Leiharbeit!! Altersarmut vorprogrammiert. Völlig ungesicherte Arbeit wie die der „Crowdworker“ (Internet-Arbeiter) und der Auftragsarbeit per App breiten sich schnell aus und unterlaufen den Mindestlohn. Manch gut Gebildete haben 3 Jobs, um zu überleben. JedeR ist sein/ihr eigener „Arbeitnehmer-Unternehmer“. Wer in dieser Gesellschaft mitspielen will, muss sich von klein auf dafür rüsten. Diese Konkurrenz ist uns meist sogar schon eigen.

Diese Entwicklung ist nicht gottgegeben, sie ist menschengemacht! Zuerst wurden in den USA und England die neoliberalen Vorstellungen vom schlanken Staat und einem schrankenlosen, globalen Markt umgesetzt. In Deutschland wurde diese Politik von der rot-grünen Regierung Schröder/Fischer übernommen. Mit einer Senkung der Unternehmenssteuern und der Deregulierung der Arbeit erreichte sie es, deutschen Konzernen nachhaltig enorme Kostenvorteile zu verschaffen. Gleichzeitig sanken die Realeinkommen zwischen 2000 und 2010 im Mittel um 4,2 Prozent. Die Beschäftigten an der unteren Einkommenshälfte mussten sogar Reallohnverluste zwischen 13,1 und 23,1 Prozent verkraften.

Ruinöser Wettbewerb Die Senkung der Arbeitskosten als einseitige deutsche Maßnahme im taufrischen Euro-Währungsverbund hatte katastrophale Folgen. Sie hat der deutschen Exportindustrie entscheidende Wettbewerbsvorteile gebracht - für alle anderen Länder der Eurozone dagegen zunehmende Nachteile ihrer eigenen Industrien. Mit dem Argument wieder wettbewerbsfähig zu werden, sind die anderen Länder seither unter enormen Druck geraten, es Deutschland gleich zu tun. Und in der Finanzkrise wurden Griechenland Spanien, Portugal und Italien sogar gezwungen, die Arbeitsrechte aufzuweichen. „Ich habe geliefert“, sagte Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi bei seinem Staatsbesuch in Berlin. Er hatte die Deregulierung des Arbeitsrechts geliefert. Griechenland, Portugal und Spanien hatten bereits geliefert. Doch die Arbeitslosigkeit ist dadurch nirgendwo gesunken. Aber fast alle Menschen in Europa haben an sozialer Sicherheit verloren und wurden in einen Konkurrenzkampf geschickt, der zunehmend alle Lebensbereiche umfasst.

Viele Menschen ahnen, dass da etwas schief läuft. Sie fühlen sich ausgeliefert, weil sie das Menschenwerk hinter der Deregulierung nicht verstehen. Doch diese Entwicklung ist mitnichten „alternativlos“. Die Demokratie hat nur eine Chance, wenn Bürger anfangen, ihre Interessen zu erkennen. „Der Marktgerechte Mensch“ wird ein Werkzeug dazu sein.

Der Marktgerechte Mensch“ entsteht als Film von unten“ – finanziert von denen, die ihn sehen und zeigen wollen. Die letzten Projekte der Filmemacher wie „Wer Rettet Wen?“ „Water Makes Money“ und „Bahn unterm Hammer“ haben gezeigt, wie mit Aufklärung und Mobilisierung Einfluss genommen werden kann.

Deshalb rufen wir auf: Helfen Sie mit, dass dieser Film zustande kommt.

Investieren Sie in den Film „Der marktgerechte Mensch“! Helfen Sie mit, ein Stück Ihrer Zukunft zu sichern. 

  • Mit jeder Spende sind Sie Förderer/in des Filmes. Ab 20 €  erhalten Sie von „Gemeingut in BürgerInnenhand“ eine DVD-Kopie mit der Lizenz zur nichtkommerziellen Vorführung

  • Ab 100 € erhalten die FörderInnen die Auszeichnung Goldförderer/in. Auf Wunsch werden Sie im Abspann namentlich genannt.

  • Ab 1.000 € erhalten die FörderInnen die Auszeichnung Nachhaltigkeitsförderer/in. Sie werden als Ehrengast zur Premiere eingeladen.

Zahlungen bitte auf das Konto: Empfänger: Der marktgerechte Mensch, GLS Bank, IBAN: DE 49430609672020346200, BIC: GENODEM1GLS

 180.000 EURO

ist die Filmförderung von unten, die bis zum 31.12.2018 das Fundament des Films errichten soll

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